Haustiere in der Wohnung – Welche sind erlaubt?

Welche Haustiere sind in der Wohnung erlaubt?

Haustiere. – Sie sind der Menschen beste Freunde, doch nicht jeder Mensch will den vermeintlich besten Freund in seiner Nähe haben. Die Rede ist von Haustieren in der Mietwohnung. Es gibt wohl kaum ein Thema, das die Gemüter in einem Mietshaus oder einer Wohnhausanlage mehr hochgehen lässt. Wir gehen der Sache auf den Grund und haben einen tierischen Blick in die Gesetzbücher geworfen: Welche Haustiere sind erlaubt? Welche verboten?

 

Darf der Vermieter grundsätzlich Haustiere verbieten?

 

2011 kippte der Oberste Gerichtshof den Passus aus Mietverträgen, der Vermietern das Recht gab, Haustiere grundsätzlich zu verbieten. Ohne eine sachliche Begründung sind allgemeine Haustierverbote seitdem hinfällig!

 

Hund, Katze, Hase, Meerschweinchen
©DoraZett/fotolia

 

Doch der sprichwörtliche Hund liegt im Detail

 

Denn sehr wohl darf der Vermieter einzelne Haustiere verbieten, wenn er oder andere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner schützenswerte Interessen haben:

  • einzelne Tiergattungen können ausgeschlossen werden: zum Beispiel Kampfhunde – wenn Kinder im Haus wohnen
  • auch Tierhaar-Allergiker in der Nachbarschaft können ein Grund sein

Sobald die Lebensqualität der Mitbewohner leidet, kann der Vermieter bzw. die Vermieterin die Haltung des Tieres verbieten.

 

Muss der Vermieter betreffend Tierhaltung somit um Erlaubnis gefragt werden?

 

Um keine böse Überraschung zu erleben, raten wir dazu, den Vermieter über die Anschaffung eines Tieres bzw. den Besitz zu informieren – und zwar bevor das Tier gekauft bzw. der Mietvertrag für die neue Wohnung unterschrieben wird.

⚠️ TIPP: Erkundigen Sie sich bereis bei der Wohnungsbesichtigung, ob Ihr Haustier in der Wohnung erlaubt ist. Ihre Maklerin bzw. Ihr Makler wird Ihnen dahingehend gerne Auskunft erteilen.


Wir haben unsere Immobilien-Expertin Theresa Rojko zum Interview gebeten, um sie zum Thema “Wohnungsbesichtigung” zu befragen – nachzulesen im Beitrag:

Wohnungsbesichtigung – die Checkliste – was ist zu beachten?


 

Und wie sieht es mit Kleintieren aus?

 

Kleintiere, wie Hamster, Meerschweinchen, Mäuse, Ratten, Wellensittiche oder Fische, stellen keinen Kündigungsgrund dar. Auch müssen diese bei der Unterzeichnung des Mietvertrags nicht gemeldet werden.

 

Wie viele Haustiere sind pro Haushalt erlaubt?

 

Eine maximale Anzahl an Tieren gibt es nicht. Zwei Punkte müssen jedoch berücksichtigt werden:

  • der Tierschutz: Es gibt selbstverständlich tierschutzrechtliche Auflagen, wie zB die Fläche, die einem Tier zur Verfügung gestellt werden muss. Manche Tiere müssen auch paarweise oder in Gruppen gehalten werden, zB Wellensittiche.
  • allgemeine Belästigung: Die Haltung des Tieres darf außerhalb der Wohnung – im allgemeinen Teil des Hauses – zu keiner Schmutz- oder Lärmbelästigung führen bzw. Schäden hervorrufen.

 

Wellensittich in Wohnung erlaubt?
© Kurhan/fotalia.com

 

Dürfen exotische Tiere in der Mietwohnung gehalten werden?

 

Die Haltung von exotischen Tieren darf der Vermieter untersagen. Insofern sollten Sie vor der Anschaffung einer Schlange oder Spinne das Gespräch mit dem Vermieter suchen und sich ein Okay holen – am besten schriftlich.

Außerdem gilt es die gesetzlichen Vorgaben zu beachten: Ist die Haltung des Tieres in Österreich überhaupt erlaubt? Dahingehend kann sich die Gesetzeslage übrigens von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Generell verboten ist die Haltung von Wildtieren, wie Waschbären, Füchse oder Marder.

 

Dürfen Katzen in der Wohnanlage streunen?

 

Ja, das Oberste Gericht erkannte das Recht der Katzen an, in einer Wohnhausanlage herumstreunen zu dürfen. Im Gegensatz zu Hunden muss der Katzenkot nicht von den Haltern entfernt werden.

Das gilt auch für Parkanlagen oder Gemeinschaftsgärten.

 

Was tun gegen Katzenkot im Garten?

 

Wir haben 5 Tipps gegen stinkenden Häufchen in Ihrem Garten-Beet:

  • Schützen Sie Ihren Garten mit einer dichten Dornen-Hecke: Katzen sind ausgezeichnete Springer, aber auch schlaue Tiere. Meistens haben sie bereits stechende Erfahrung gesammelt mit dornigen Hecken und werden diese meiden. Wichtig: Die Hecke muss bis zum Boden reichen.
  • Ultraschall vertreibt ungebetene Gäste: Im Fachhandel werden Ultraschall-Geräte angeboten, die Katzen, aber zum Beispiel auch Mader, verjagen. Der Vorteil: Der hohe Ton ist nur Tieren unangenehm. Das menschliche Gehör kann ihn nicht wahrnehmen.
  • Duftstoffe gegen Katzenbesuche: Sogenannte Katzen-Repellents verbreiten Düfte, die den Stubentigern unangenehm sind. Allerdings müssen diese regelmäßig gesprüht oder gestreut werden, da die Wirkung nachlässt – vor allem nach einem Regen.
  • Viele Katzen sind wasserscheu: Mit einer Kinder-Wasserspritze können sie die felligen Gäste vertreiben, ohne diese zu gefährden.
  • Katzenklo installieren: Legen Sie ein Katzenklo an – am besten an einem sonnigen Ort. Pflanzen Sie noch Katzenminze um das Klo. Der angenehme Duft wird Katzen zum Katzenklo locken.

 


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Mehr zum Thema Garten können Sie in unserem Gartenkalender nachlesen: Gartenarbeit im Frühjahr, Gartenarbeit im Sommer, Gartenarbeit im Herbst.


 

Wie sieht es mit Hundekot in der Stadt aus?

 

Abhängig von der kommunalen Gesetzeslage muss Hundekot von den Haltern entfernt werden – frei nach dem Motto: Das Gackerl ins Sackerl. Eine Zuwiderhandlung kann zB in Wien mit einem Bußgeld von 50,- Euro bestraft werden. Im Falle einer Anzeigen kann es sogar bis zu 2.000 Euro teuer werden.

In Wien können Gratis-Sackerl aus sogenannten Hundekotsackerlspendern entnommen werden. 3600 Stück hat die Stadtverwaltung aufgestellt – auf diesem Plan sind diese vermerkt. In 25.000 Papierkörben können die gefüllten Sackerl wieder entsorgt werden.

 

Hund und Katze
© Ermolaev Alexandr / fotolia

 

Können Haustiere zum Kündigungsgrund werden?

 

Grundsätzlich können, wie oben erwähnt, genau definierte Klauseln in einem Mietvertrag verankert sein. Hält sich der Mieter nicht daran, stellt das einen Kündigungsgrund dar. Weitere Gründe für eine Kündigung können sein:

  • ein Hund, der Tag und Nacht stundenlang bellt
  • eine Katze, die die Wohnung verwüstet
  • ein Hund, der Mitbewohner bedroht und beißt
  • Verstöße gegen das Tierschutzgesetz:
    • verbotene Tiere werden gehalten, wie zum Beispiel Giftschlangen oder einzelne Spinnengattungen
    • der Lebensraum für das Tier entspricht nicht artgerechter Haltung

 

Suchen Sie das Gespräch

 

“Durch Reden kommen die Leut zam” ist eine altbekannte Redensart – die auch in diesem Fall sehr hilfreich sein kann. Suchen Sie deshalb nicht nur das Gespräch mit der Vermieterin bzw. dem Vermieter, auch der Dialog mit der Nachbarschaft kann Ressentiments abbauen und ein friktionsfreies Zusammenleben in der Hausgemeinschaft fördern.

Beim Thema “Haustiere im Mietshaus” kennen Sie sich nun aus und wissen, wie der Hase läuft

 

Barsch im Aquarium
Foto: Vanderals

 

Hinweis: Wir machen darauf aufmerksam, dass unser Blogbeitrag lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt.


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Küchengitter kindersicheres Zuhause
Foto: Vanderals

 

 

1 thought on “Haustiere in der Wohnung – Welche sind erlaubt?”

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